Nach der Aufgabe des rechtsrheinischen Limes wurde zur Sicherung des Römischen Reiches zwischen 360 und 363 nach Christus unter Kaiser Julian das spätrömische Kastell „Bodobrica“ errichtet. Es wurde an einem strategisch wichtigen Standort östlich eines bereits bestehenden keltischen Dorfes, das etwa in Höhe des heutigen Bopparder Hamm nachgewiesen wurde, angesiedelt.

28 Halbrundtürme und eine Mauer von drei Metern Stärke auf der Landseite und zwei Metern Stärke an der Rheinfront umzäunten eine Fläche von rund 4,7 Hektar. Die Reste dieser militärischen Anlage sind im Ortskern der heutigen Stadt zu bestaunen und gehören zu den am besten erhaltenen römischen Festungsmauern in Deutschland. Von der Innenbebauung des Kastells ist jedoch nicht mehr allzu viel bekannt, da dieses Areal durch alle Jahrhunderte hindurch intensiv überbaut wurde. Jedoch konnten unter anderem an der Westfront mehrere zweischiffige Hallenbauten von etwa elf Metern Länge und fünf Metern Breite nachgewiesen werden, die seinerzeit wohl als Mannschaftsbaracken genutzt wurden.

Auch die römische Tradition des öffentlichen Bads wurde im antiken Boppard gepflegt. Der etwa 50 mal 35 Meter mächtige Gebäudekomplex wies unter anderem bereits verglaste Fenster, Fußbodenheizung und für damalige Verhältnisse modernste Bäderanlagen mit unterschiedlichen stark beheizten Becken auf. Diese wie auch die umfangreichen Umkleidebereiche sind leider nicht erhalten, jedoch kann ein anschauliches Modell dieses Komplexes sowie viele weitere archäologische Fundstücke in Boppard besichtigt werden. Der „Archäologische Park“ lockt neben spätrömischen Grabungen vor allem mit Zeugnissen der ersten frühchristlichen Gemeinden.