Villazòn mit neuer Partnerin in Oberammergau

Die Rudolf Wachter Ausstellung „Gebrochener Raum“ und Christian Stückls Jeremias Inszenierung im Passionstheater stellen zwei weitere Höhepunkte der Oberammergauer Kultursaison dar.

OBERAMMERGAU (März 2008). Bayerisch, biblisch, barock und trotzdem aktuell: Kultur in den Ammergauer Alpen schafft den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Schon zwei Jahre vor den Passionsspielen 2010 hat die Region Ammergauer Alpen kulturell einiges zu bieten: Am 19. Juli 2008 ist der Star-Tenor Rolando Villazón auf der geschichtsträchtigen Bühne des Passionstheaters zu hören. Seine eigentliche Partnerin Anna Netrebko sagte auf Grund ihrer Schwangerschaft das Konzert ab. Daher wird die Amerikanerin Renée Fleming – eine der weltweit meist beachteten Opernsängerinnen – zusammen mit Villazón auftreten.

Bereits ab April können die Gäste ein weiteres kulturelles Highlight der Saison in Oberammergau erleben: Vom 4. April bis zum 15. Juni 2008 zeigt das Oberammergau Museum den konsequenten Lebensweg des Rudolf Wachter. Denn der bedeutendste lebende Holzbildhauer der Gegenwartskunst lernte sein Handwerk zwischen 1946 und 1949 in der Schnitzschule Oberammergau. Angefangen bei seinen Arbeiten während der Schreinerlehre in den 1920ern über die Ausbildung zum Holzbildhauer und dem darauffolgenden Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München können die Besucher in „Gebrochener Raum“ Wachters Weg zu seinem kompromisslos eigenständigen Stil verfolgen. Im Mittelpunkt seines Werkes steht immer der Dialog mit dem Holz, seinem Werkstoff. Damit hat der Bildhauer maßgeblich zur Neuformulierung der Holzskulptur in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland beigetragen. „Denn wie kein Zweiter hat Rudolf Wachter die Ausdrucksmöglichkeiten des Holz ausgelotet und in die Spannung von offener und gebundener Form gestellt“, erklärt Dr. Constanze Werner, Leiterin des Oberammergau Museums. Aus diesem Grund ist der Künstler nun mit „Gebrochener Raum“ in Oberammergau zu sehen. Nach der großen Retrospektive in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München 2003 ist dies eine weitere bedeutende Ausstellung, die sich dem Werdegang des Holzbildhauers widmet.

Bevor im August 2008 die Aufführung des „Jeremias“ als eines der Highlights im Passionstheater ansteht, nutzt das Team um Christian Stückl die Bühne für zwei weitere große Inszenierungen. Am 12. Juli 2008 bringt der musikalische Leiter der Passionsspiele 2000 und 2010, Markus Zwink, den 1836 uraufgeführten „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy mit drei Chören und großem Orchester in der einmaligen Akustik des Passionstheaters zu Gehör. Der Komponist Robert Schumann lobte die Geschichte vom Wandel des Christenverfolgers Saulus zum Apostel Paulus als ein „Juwel der Gegenwart“. Zudem findet an diesem Tag eine weitere Premiere statt: Das speziell für das Passionstheater entwickelte, fahrbare Dach aus Stahl und Kunststoff wird zu dieser Aufführung eingeweiht. Nur einen Tag später, am 13. Juli 2008, spielt das Ensemble des Münchener Volkstheaters unter Stückls Regie den Brandner Kaspar das erste Mal in Oberammergau. Höhepunkt der Theatersaison wird jedoch der bereits im vergangenen Jahr hochgelobte „Jeremias“. Nach dem großen Erfolg von 2007 nimmt das Passionstheater die Inszenierung an drei Wochenenden im August erneut in seinem Programm auf.

Die kulturellen Höhepunkte 2008 im Überblick:

  • 5. April – 15. Juni: Rudolf Wachter „Gebrochener Raum“ im Oberammergau Museum; Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, an Feiertagen auch montags geöffnet
  • 12. Juli: Oratorium „Paulus“ von Mendelssohn-Bartholdy
  • 13. Juli: „Der Brandner Kaspar“ in der Inszenierung von Christian Stückl
  • 8. / 9., 15. / 16., 22. / 23. August: Stefan Zweigs biblisches Drama „Jeremias“ in der Inszenierung von Christian Stückl