Wanderwege im Allgäu: Highlights in drei Höhenlagen

Grandiose Gipfel, sanftes Idyll: Wie kaum eine andere Region Deutschlands vereint das Allgäu Wanderwege in den verschiedensten Höhenlagen. Nach Untersuchungen des Deutschen Wanderinstituts an der Universität Marburg ist es diese Vielfalt, die das Allgäu zum beliebtesten deutschen Wandergebiet gemacht hat. „Dem Gast bietet sich die Traumkulisse Alpen mit allmählichem Übergang von einer hügeligen Parklandschaft über bewaldete Mittelgebirgshöhen bis zu alpinen Gipfeln“, so „Wanderpapst“ Dr. Rainer Brämer. Und egal in welcher Höhe, überall finden Wanderfans einen perfekten Mix aus bezaubernder Ursprünglichkeit und moderner Infrastruktur. Rund 7.000 Kilometer Wanderwege sind GPS-vermessen und einheitlich beschildert. Gemeinden, Hotels und Gasthöfe verwöhnen Wanderer mit vielen Annehmlichkeiten und maßgeschneiderten Angeboten.

Sanftes Wandern an Flüssen und Seen
Zur Ruhe kommen, laufen ohne Leistung, leichte Bewegung mit Blick auf die imposanten Allgäuer Hochalpen: Gerade für Familien oder Aktivurlauber, denen die Berge zu hoch sind, gelten die Wanderwege des leicht hügeligen Unterallgäus als idealer Tipp. Auf einer Höhe von rund 700 Metern verlaufen sie entlang breiter Bach- und Flussläufe, umrunden verträumte Seen und verbinden Natur und Kultur in reizvoller Weise. Ein Klassiker ist der Kneipp-Wanderweg von Bad Grönenbach nach Bad Wörishofen – vorbei an der barocken Benediktinerabtei Ottobeuren.
Eine reizvolle Übernachtungsmöglichkeit bietet sich in Katzbrui, der einzigen erhaltenen altdeutschen Getreidemühle Bayerns aus dem 17. Jahrhundert. Auf dieser Tour begibt sich der Wanderer auf die Spuren Sebastian Kneipps – sein Geburtsort und seine Lebensstationen sind über den Weg verbunden. Kneipp gilt als der Begründer der Kur im Allgäu, vor allem die Hydrotherapie seiner ganzheitlichen Fünf-Säulen-Therapie ist legendär. Und so passt es ganz hervorragend, dass die Strecke eine ganze Reihe von Bächen kreuzt – der „bachreichste“ Wanderweg im Allgäu. Wer sich statt Bächen eher nach Seen sehnt, dem sei das Füssener Land empfohlen mit seinen schönen Wanderwegen auf etwa 800 Metern Höhe – rund um Hopfen- und Forggensee, Alat- oder Weissensee. Die Füssener Wanderführer bieten von Anfang Mai bis Ende Oktober eine ganze Reihe geführter Wanderungen – mit Gästekarte sind die meisten sogar kostenfrei.

Hütten- und Alpentouren in mittlerer Höhenlage
Berge und Täler, Hügel und Mulden, Weiden, Wald und schmucke Dörfer: Wanderwege in mittlerer Höhenlage bieten Abwechslung pur. Vor allem aber führen die Pfade zu den vielen bewirtschafteten Hütten und Sennalpen, die den berühmten Allgäuer Bergkäse noch in Handarbeit herstellen. Das Geläut der Kuhglocken begleitet die Wanderer auf ihren Wegen durch Allgäuer Bilderbuchlandschaften – an die 30.000 Rinder weiden in diesen Lagen. Bekannt und beliebt: die Hörnertour – ein Panorama-Rundwanderweg über die Hörnerkette. Genauso wie die Begehung der Nagelfluhkette wird der Wanderer auch hier mit herrlichen Aussichten in alle Richtungen verwöhnt: nach Süden zum Alpenhauptkamm, nach Norden ins hügelige Alpenvorland oder nach Westen bis zum Bodensee. Die Route lässt sich als Mehrtagestour begehen, mit Übernachtungen in Berggasthöfen oder im Tal.

Gipfelglück in alpinen Höhen
Ein dichtes Netz von Wegen, Steigen, Bergbahnen und Hütten erschließt die alpinen Höhen bis hinauf zum Großen Krottenkopf auf 2.657 Metern Höhe. Wie beliebt diese Region ist, zeigt schon die Größe der Alpenvereinshütten: Die Rappenseehütte bietet 342 Schlafplätze, die Kemptener Hütte 285 und das Gimpelhaus 240 Plätze. Highlight der alpinen Höhenwege ist der Heilbronner Weg – Garant für grandiose Aussichten auf blühende Wiesen, spiegelnde Seen und majestätische Felsmassive. Der gut gesicherte Steig führt erfahrene Wanderer über den Hauptkamm der Allgäuer Alpen und verbindet das Hohe Licht (2.651 m) und die Mädelegabel (2.645 m) sowie die Rappensee und Kemptner Hütte.