Kunst und Geschichte für Auge und Ohr: Die Residenzwoche München vom 11. bis 19. Oktober 2008

Unter dem Motto “Kunst und Geschichte für Auge und Ohr” öffnen sich vom 11. bis 19. Oktober die Tore der Münchner Residenz – auch jene, die Besuchern sonst verschlossen bleiben. An neun Tagen lockt die Bayerische Schlösserverwaltung wieder mit Sonderführungen, Konzerten, Aufführungen und Vorträgen in den Palast der bayerischen Könige und Fürsten in München.

An dem vielseitigen Programm mit fast 100 Themenführungen und 11 Konzerten wirken neben der Schlösserverwaltung auch das Bayerische Staatsschauspiel, die Neue Hofkapelle München, die Freunde der Residenz und weitere Ensembles mit. Die Gesamtübersicht mit allen Veranstaltungen finden Sie im Internet unter externer Link www.residenzwoche.de.

Fast 100 außergewöhnliche Führungen und ein Dutzend Konzerte

Die Spezialführungen bieten besondere Einblicke: Bei “Vom Dachstuhl in den Turm” erhalten Schwindelfreie die einzigartige Gelegenheit, dem Palast aufs Dach zu steigen. Das Gegenstück dazu bietet die Führung “Die Residenz von unten”. Hier dürfen die Gäste in den Kellergewölben dem Vorgängerbau (”Neuveste”) nachspüren.

Der Rundgang “Elefant- und Narwalzahn” stellt Kunstwerke aus ungewöhnlichem Material vor. “Die Toilette der Venus” zeigt Porzellankunst des 18. Jahrhunderts. Die Führung “Wenn Amors Pfeil den schnellen Merkur trifft” erweckt den mythologischen Ausstattungszyklus des Grottenhofes zum Leben.

Weitere Rundgänge entdecken zum Beispiel groteske Dekorationen in der Residenz oder beleuchten die Geschichte des Ordens des Goldenen Vlieses. Außerdem gibt es viele weitere Sonderführungen mit Schwerpunkten aus Bau- und Kunstgeschichte, Musik oder Restaurierung.

Das Cuvilliés-Theater steht im Mittelpunkt

Nach seiner Wiedereröffnung ist das Rokoko-Juwel der Residenz, das Cuvilliés-Theater, wieder ein Schauplatz der Residenzwoche: Es ist der ideale Ort für ein Konzert der Neuen Hofkapelle München mit Höhepunkten aus der Geschichte der Münchner Hofoper unter Kurfürst Max III. Joseph. Dort spielt auch das Clemente-Quartett zum 200. Geburtstag des Herzogs Max in Bayern Musik aus der Sammlung und aus der Feder des “Sissi”-Vaters.

Das Bayerische Staatsschauspiel zeigt im Cuvilliés-Theater “Idomeneus” von Roland Schimmelpfennig. Das Stück erlebte kürzlich seine Uraufführung anlässlich der Wiedereröffnung des Theaters. Das Staatschauspiel steuert außerdem noch eine ganz besondere Führung zur Residenzwoche bei: “Unbekannte Wege” erlaubt ausnahmsweise den Blick hinter die Bühne des Cuvilliés-Theaters.

Die Vorträge der Residenzwoche bieten eine ganz besondere Gelegenheit: Den Wiederaufbau des Cuvilliés-Theaters nach der Kriegszerstörung vor 50 Jahren schildert der damalige Leiter des Residenzbauamtes, Prof. Dr. Otto Meitinger. Über die Sanierungsmaßnahmen bei der jüngsten Renovierung des Theaters 2004-2008 berichtet Dr. Hermann Neumann bei einer Führung.

Musik bis Mitternacht

“Der Traum des Odysseus” heißt ein Konzert in der Allerheiligen-Hofkirche: Zur Erinnerung an das Exil des Kurfürsten Max Emanuel erklingen französische Kantaten und Instrumentalmusik. Bis zur Geisterstunde kommen Musikfreunde beim Nachtkonzert auf ihre Kosten, wenn in der Hofkapelle die “Italianità” erklingt. Im Antiquarium ist flämische Vokalmusik der Renaissance zu hören. Außerdem lernen die Konzertgäste “Beethovens Arrangeur” Franz Xaver Kleinheinz kennen, den Münchner Klavierlehrer, der ein enger Mitarbeiter des Meisters wurde.

Endspurt für “China im Schloss” / Konzert speziell für Kinder

Am zweiten und letzten Wochenende der Residenzwoche enden auch die Ausstellungen zum Thema “China im Schloss”. Zur Finissage gibt es eine Reihe von Sonderführungen zu Tapisserien mit chinesischen Motiven, chinoisen Möbeln und echt chinesischen Porzellanen.

Speziell für Kinder bietet die Residenzwoche das Konzert “Kurprinz Karl Albrecht in Italien”: Violinsonaten von Vivaldi und Corelli untermalen die Geschichte der Reise des bayerischen Thronfolgers von 1715.