NEUE KUNST IN DEN NEUEN KAMMERN! auf Schloss Sanssouci Potsdam

20 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland präsentieren sich in den barocken Räumen der Neuen Kammern und erweitern unseren Blick auf den traditionsreichen Ort und seine Geschichte.

Die Neuen Kammern im Park Sanssouci in Potsdam, einst das Gästeschloss Friedrichs des Großen, sind vom 19. Juli bis 28. September 2008 Schauplatz einer gemeinsamen Ausstellung von FLORA 16 - Büro für Kunst und Kommunikation und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG): “Neue Kunst in den Neuen Kammern!”, kuratiert von Ellen Kobe und Dr. Marvin Altner, präsentiert Bilder, Skulpturen und Installationen von 20 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland, die unseren Blick auf den traditionsreichen Ort und seine Geschichte erweitern.

Mit der Kunstpräsentation in historischen Innenräumen beschreitet die SPSG Neuland: Erstmals wird zeitgenössischen KünstlerInnen die Möglichkeit geboten, ihre Werke direkt in den Schlossräumen der Hohenzollern zu zeigen. Bisher fanden von der SPSG veranstaltete Ausstellungen zeitgenössischer Kunst stets in neutralen Ausstellungsräumen statt.

Die Neuen Kammern, ab 1747 ursprünglich als Orangerie erbaut, wurden wenige Jahre später zum königlichen Gästehaus umgestaltet. Friedrich der Große nutzte das zum Architekturensemble des Schlosses Sanssouci gehörende, im Stil des friderizianischen Rokoko gehaltene Gebäude für Feierlichkeiten, als Konzertsaal sowie als Wohnort hoher Militärs während der jährlichen Frühjahrsrevuen und Herbstmanöver. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten sind die vier repräsentativen Festsäle und sieben Gästezimmer des Schlosses seit 1987 für den Publikumsverkehr geöffnet und empfangen jährlich etwa 50.000 Besucher.

“Neue Kunst in den Neuen Kammern!” schafft eine Situation von reizvoller Mehrdeutigkeit: Künstlerinnen und Künstler integrieren ihre Werke in die historischen Räume, (fast) ohne sie zu berühren. Die künstlerischen Interventionen kommentieren, interpretieren und ironisieren die eindrucksvolle historische Architektur und Lebenswelt des 18. Jahrhunderts - ein spannungsreicher Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart entsteht. Die meisten der 20 KünstlerInnen haben ihre Arbeiten eigens für die Kammern und Säle des einstigen Gästeschlosses geschaffen. In allen Fällen wurden Werke ausgewählt, die Aspekte des Ortes und seiner Geschichte thematisieren.

Dem symbolischen wie materiellen Reichtum der historischen Architekturen, Galerien und Innenausstattung des Schlosses begegnen die KünstlerInnen mit Werken aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Performance, Fotografie, Architektur, Textilherstellung und Bühnenbild. Einige der aus Berlin stammenden KünstlerInnen bewegen sich in Potsdam-Sanssouci auf vertrautem Terrain, andere - aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und den USA - begegnen einem bisher fremden Ort.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Geneviève Bonnard & Denis Woeffray (Monthey / Schweiz), Julia Büttelmann (Berlin), Francine Eggs & Andreas Bitschin (Schweiz), Jean Louis Garnell (Paris), Ruth Handschin (Zürich), Knut Helms (Berlin), Josh Kerner (Philadelphia / USA), Ellen Kobe (Berlin), Coco Kühn (Berlin), Annette Munk (Berlin), Anne Rosin (Berlin), Josef Michael Ruhl (Alsfeld / Vogelsberg), Elisabeth Sonneck (Berlin), Sebastian Stiebert (Karlsruhe), Thorsten Streichardt (Berlin), Team 3+X Christina Kautz, Simone Neidhard, Uta Pottgiesser (Berlin / Neuenstein / Detmold), Falk Weiß (Berlin), Käthe Wenzel (Berlin), Dirk Westermann (Berlin), Anna Zosik (Berlin)