Der Aaseepark in Münster ist Deutschlands schönster Park 2008 - Fachjury kürt die fünf schönsten Parks des Jahres

Der rund 90 Hektar große Aaseepark in Münster ist Deutschlands schönster Park des Jahres 2008, urteilt eine dreiköpfige Fachjury im Auftrag des Motorenherstellers Briggs & Stratton. Dabei fiel der Sieg auf den abwechslungsreichen und bei der Bevölkerung äußerst beliebten Park, der sich entlang des Aasees vom Stadt- zum Landschaftspark entwickelt. „Toll“, schwärmt Münsters Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann. „Wer jemals genüsslich ein Weilchen an den Ufern des Aasees verbracht hat, weiß: Das ist wie ein kleiner Urlaub – am einen Ende noch ganz städtisch, am anderen schon mitten in der wunderschönen münsterländischen Parklandschaft. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung.“

Seit 2002 wird der Wettbewerb durchgeführt, erstmals wurden nun fünf Plätze vergeben. Auf den weiteren Plätzen folgen der Park der Jahreszeiten in Bad Hersfeld, der Wernigeröder Bürgerpark, der Schlossgarten in Weikersheim sowie der Optikpark in Rathenow. Der im Herzen von Münster gelegene Aaseepark erstreckt sich auf einer Länge von fast drei Kilometern von der Innenstadt bis hinaus in die freie Münsterländische Parklandschaft. Seine Ursprünge gehen bis in das Jahr 1934 zurück, als der Fluss „Münstersche Aa“ zu einem See aufgestaut wurde. 1976 wurden dem Areal 50 Hektar Parkflächen hinzugefügt. Leitbild der Parkanlage ist eine ruhige Nutzung der Flächen für Erholungssuchende aller Altersstufen. Der Aaseepark bietet außerdem Raum für Kunst, Kultur und Naturkunde. Seine Vielseitigkeit und besondere kulturelle Nutzung, sein harmonischer Übergang in die umliegende Natur, die jahrzehntelange Kontinuität in der Nutzung durch die Bevölkerung und der beeindruckende hervorragende Pflegezustand haben auch die Juroren überzeugt. Der Aaseepark biete für Besucher aller Altersgruppen eine facettenreiche Palette: Ruhe und Erholung, Sport, Kultur und Natur-erlebnisse, so die einhellige Meinung der Experten. Als eine Symbiose von Stadt- und Landschaftspark sei er im wahrsten Sinne ein Park für alle Menschen.

Mit dem Zweitplatziertem, dem Park der Jahreszeiten in Bad Hersfeld, kürt die Jury die Umsetzung eines mustergültigen Entwurfs für den vormaligen Kurpark in Bad Hersfeld. Unter Federführung der Landschaftsarchitekten Wette und Küneke in Göttingen entstand in den Jahren 2006 und 2007 ein moderner Bürgerpark mit zahlreichen ansprechend gestalteten Themengärten. Die historische Substanz wurde dabei behutsam einbezogen, wichtige Blockbezüge wieder hergestellt und dabei mutige, moderne Akzente für die Steigerung der Attraktivität bei den Bürgern der Stadt gesetzt. Bespielbare Wasserelemente steigern die Anziehungskraft der Anlage ebenso wie das eindrucksvolle Beleuchtungskonzept mit zahlreichen Effektbeleuchtungen.

Der Wernigeröder Bürgerpark als Drittplatzierter trägt seinen Namen zu Recht, so die Jury. Die Anlage der 2. Landesgartenschau 2006 in Sachsen-Anhalt entwickelt sich dank intensiver Nachpflege und attraktiver Veranstaltungen zu einem weit über die Grenzen der Region hinausgehenden Publikumsmagneten. Von besonderer Bedeutung ist auch, dass die Anlage auf dem Grund urbaner Brach- und Deponieflächen entstanden ist und nun für die unmittelbaren Anrainer ein höchst ansprechendes Naherholungsgebiet von unschätzbarer Bedeutung ist, das in seinem Bestand – so die Jury – unbedingt gesichert werden sollte.

Der Schlossgarten Weikersheim war der Fachjury einen vierten Platz wert. Die aus dem Jahr 1708 stammende Anlage bildet gemeinsam mit dem Schloss ein außergewöhnlich schönes Ensemble im Stil des süddeutschen Barock. Die strenge, symmetrische Anlage begeisterte ebenso wie die Blickfreigabe über die Orangerie hinaus in die unverbaute tauberfränkische Landschaft. Dabei präsentiert sich der Garten zu allen Jahreszeiten in hervorragendem Zustand mit den Jahreszeiten angepassten Wechselpflanzungen und Gartenkunst höchster Güte. Die Attraktivität wird durch den angrenzenden Stadtgarten ebenso gesteigert wie der unmittelbare Zugang, direkt vom angrenzenden Marktplatz aus.

Der Optikpark in Rathenow komplettiert die Liste der fünf schönsten Parks des Jahres 2008. Dem Park liegt das Thema „Optik“ als gestalterisches Grundprinzip zugrunde – und dieses ist hervorragend umgesetzt. Hintergrund: Vor mehr als 200 Jahren legte Johann August Heinrich Duncker hier den Grundstock der deutschen optischen Industrie. Der Optikpark überzeugt durch seine kreative, stets neue Perspektiven bietende Gestaltung und die hervorragende Einbindung der großen Wasserflächen. Er ist in seiner farblichen Gestaltung besonders gelungen und beschreitet – etwa mit den Strahlenbeeten – neue Weg in der Parkgestaltung. Ergänzt wird die Anziehungskraft dabei durch ein umfangreiches und abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm für Jung und Alt.