Main-Radweg: der erste mit fünf Sternen

Der Main-Radweg zählt zu den schönsten Radfernwegen Deutschlands. Dem Main von den Quellen des roten und weißen Mains über Bamberg, Würzburg, Wertheim und Frankfurt bis zu seiner Mündung in den Rhein zu folgen, ist ein einmaliges Erlebnis. Die Tour durch Franken, das “Liebliche Taubertal” und Hessen verspricht Radgenuss pur. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hat in diesen Tagen den Main-Radweg mit fünf Sternen ausgezeichnet, der höchsten und erstmalig vergebenen Qualitätsstufe. Der Main-Radweg führt auch durch den Nördlichen Teil der Ferienlandschaft “Liebliches Taubertal”.

Noch relativ jung ist die Geschichte des Main-Radweges. 2002 wurde hat der Tourismusverband Franken die Idee angestoßen, den Main-Radweg von seinen Quellen bis zur Mündung in den Rhein als einen Erlebnisradweg zu bewerben. 2003 wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, und 2006 konnte erstmals durchgängig auf 600 Kilometer Strecke am Main geradelt werden. In den vergangenen beiden Jahren erfolgten schrittweise Verbesserungen. Die Wege wurden ausgebaut und asphaltiert. Der Main-Radweg ist nun mit einer durchgängigen Beschilderung ausgestattet und lenkt die Radler zu den Sehenswürdigkeiten der Landschaften in Franken. Neben dem Fichtelgebirge, der Fränkischen Schweiz, dem Frankenwald, den Hassbergen und dem Fränkischen Weinland gehört dazu auch das “Liebliche Taubertal”. Direkt am Main-Radweg liegen die Städte Wertheim und Freudenberg. “Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem nördlichen Teil der Ferienlandschaft ‚Liebliches Taubertal’ in diese exzellente Bewerbung und in dieses herausragende Produkt eingebunden sind”, sagt Geschäftsführer Jochen Müssig von der Touristikgemeinschaft “Liebliches Taubertal”. Er war bei der Zuerkennung der fünf Sterne für den Qualitäts-Radweg zugegen.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende des ADFC, Heidi Wright, übergab die Urkunde an den Vorsitzenden des Tourismusverbandes Franken, den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Die Feierstunde fand am vergangenen Dienstag in Eibelstadt und Randersacker statt. Wright erläuterte, dass der Main-Radweg die zehn Kriterien des ADFC erfüllt. Dies sind neben der Oberflächenbeschaffenheit und der durchgängigen Beschilderung auch die Radwegbreite, die zu mindestens 90 Prozent kraftverkehrsfreie Radwegführung und natürlich auch Serviceeinrichtungen wie Pannendienste oder Abstellmöglichkeiten.

Vorsitzenden und Innenminister Joachim Herrmann war die Freude ins Gesicht geschrieben. “Wir sind stolz, dass der Main-Radweg der erste und bisher einzige Fünf-Sterne-Radfernweg in Deutschland ist. Mit dem Main-Radweg als weiteres Premiumangebot führen wir unsere Qualitätsoffensive im Fränkischen Tourismus erfolgreich fort.” Ab sofort darf sich der Main-Radweg mit dem Gütesiegel “Qualitäts-Radroute mit fünf Sternen” schmücken. Insbesondere freute sich Herrmann, dass neben den genannten Kriterien auch die einmaligen Natur- und Landschaftserlebnisse entlang des Radweges sowie die gastronomische Vielfalt und das überzeugende Marketing eine große Rolle bei dieser Entscheidung gespielt haben. “Das Projekt ist auch ein schönes Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit unabhängig von Landesgrenzen”, betonte Herrmann. Die drei Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, neun Tourismusgebiete und mehr als 200 fahrradfreundliche Gastbetriebe am Main-Radweg haben bei der erfolgreichen Umsetzung mitgewirkt. Dafür dankte der bayerische Minister allen Beteiligten und kündigte zugleich an, die Investitionen des Freistaats in Radwege entlang von Staatsstraßen schon im nächsten Jahr auf mindestens zehn Millionen Euro zu erhöhen. “Wir wollen eine neue Fahrradkultur in Bayern entwickeln”.

Auch Landrat Eberhard Nuß vom Landkreis Würzburg freute sich über die gelungene Tourismusofferte. Er bezeichnete Radeln als eine der schönsten Freizeitaktivitäten und erinnerte daran, dass die Erstüberlegung für die durchgängige Bewerbung des Main-Radweges von Würzburg ausging. Er sagte, dass im Landkreis Würzburg ab 2009 Haushaltsmittel für den Radwegausbau eingesetzt werden. Auch der Main-Tauber-Kreis möchte für den Radwegausbau mehr tun. So wurde unter Leitung von Landrat Reinhard Frank bei der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Wirtschaft und Verkehr auf Antrag von Kreisrat Alfred Beetz beschlossen, ab dem Haushaltsjahr 2009 Mittel für den Radwegausbau einzusetzen. Hierbei wird es sowohl um touristische Radwege als auch um Radwege im Sinne der Verkehrssicherheit und Verbesserung der Verkehrssituation gehen. Das Dezernat für Kreisentwicklung und Bildung im Landratsamt Main-Tauber-Kreis erarbeitet derzeit ein entsprechendes Förderkonzept.