Essen und Trinken im Allgäu - Eine Küche mit Charakter – im Gasthaus wie im Gourmetrestaurant

Gerichte mit Geschichte: Dass Allgäuer Spezialitäten wie die berühmten Kässpatzen aus den Grundnahrungsmitteln Mehl, Eiern und Milchprodukten bestehen, hat seinen Grund. Die harten klimatischen Bedingungen am Rande der Alpen bescherten den Bewohnern eine eher karge Auswahl an Zutaten. Doch was die Allgäuer daraus gemacht haben, schmeichelt dem Gaumen noch heute: Baunzen und Krautkrapfen, Schupfnudeln und Maultaschen sowie die verschiedensten süßen Quark- und Mehlspeisen – vom Apfelschmarrn bis zu den „Versoffenen Jungfern“.
Das bekannteste Allgäuer Attribut ist der Bergkäse – eine geschützte Bezeichnung, die für Regionalität und Qualität bürgt. Unter „Alpgenuss“ haben sich 30 Alphütten zusammengeschlossen und eine Karte herausgegeben, auf der die Hütten kurz beschrieben sind. Sie stehen dafür ein, nur Produkte aus der Region in ihren Küchen zu verwenden. So schmeckt das Allgäu natürlich und unverfälscht.

Frische Alpenkräuter sorgten von jeher für raffinierte Akzente genauso wie der würzige Bergkäse, der selbst gebrannte Schnaps und das Bier. Bis heute gibt es im Allgäu eine Fülle kleiner Privatbrauereien, und auch die Kräuter-Kultur der Region spielt eine immer wichtigere Rolle. Wichtige Adressen für die Geheimnisse aus der „Apotheke Gottes“ finden sich unter www.allgaeuer-kraeuterland.de

In den nördlichen und westlichen Regionen des Allgäus fiel die Landwirtschaft schon immer leichter: Hier bereicherten Rind- und Kalbfleisch, Gemüse, Obst und Bodensee-Fisch die Speisekarte. All diese regionalen Prägungen werden auch heute noch mit Sorgfalt gepflegt – in traditionsreichen Gasthäusern genauso wie in preisgekrönten Feinschmecker-Restaurants.

Ferienparadies Allgäu - eine kulinarische Reise durch die Regionen:

Ostallgäu
Pfronten tritt hier mit einem ganz eigenen Profil in Erscheinung, denn dort dreht sich alles um das Heu: Neben Heukuren und Wellness-Träumen mit duftendem Allgäuer Heu gibt es auch Wirte, die Heu-Spezialitäten auf den Tisch bringen: So werden feine Gerichte in würzigem Heusud gekocht, in Heu gegart oder gebraten. Selbst ein Heuschnaps ist auf dem Markt – mit dem Aroma einer Heuwiese zur besten Erntezeit. Auch die bekannteste Köchin des Allgäus residiert in Pfronten, und zwar im Berghotel Schlossanger Alp: Barbara Ebert-Schlachter verdankt ihren legendären Ruf einer „gehobenen Landküche, die Rustikalität und Raffinesse vereint“ ( www.schlossangeralp.de ). Mit dem „Bib Gourmand“ ehrt der renommierte Restaurantführer Häuser, die über eine sehr gute, vorzugsweise regionale Küche mit besonders günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis verfügen. In dieser Kategorie brillierte ein weiteres Ostallgäuer Domizil – das Burghotel Bären in Eisenberg-Zell: „So stellt man sich einen typischen Allgäuer Gasthof vor: Balkone mit üppiger Blumenpracht, familiäre Gastlichkeit und gemütliche Zimmer. Eine frische ländliche Küche kredenzt man Ihnen hier in gemütlichen Stuben“, schwärmen die Michelin-Kritiker ( www.burghotelbaeren.de ).

Oberallgäu
Im so genannten „grünen Allgäu“ gedeihen die Kühe, und aus deren Milch werden prämierte Käsesorten hergestellt: vom deftigen Weißlacker über den herzhaften Bergkäse bis zum bekannten Allgäuer Emmentaler. Hier können die Gäste beim Käsen zusehen, mithelfen und die Ergebnisse in allen Varianten testen. Unter einem Michelin-Stern speisen lässt es sich bei dem beliebten TV-Starkoch Christian Henze in Probstried ( www.landhaus-henze.de ). Mit dem „Bib-Gourmand“ ist das Genießerhotel Almhof Rupp im Kleinwalsertal ( www.almhof-rupp ) ausgezeichnet. Über eine hervorragende Küche verfügt auch das Königliche Jagdhaus in Oberstdorf (www.koenigliches-jagdhaus.de) und das Adlib in Buchenberg kann auf die Auszeichnung „Gault Millau“ stolz sein ( www.feel-adlib.eu ). In jedem Fall einen Besuch wert ist auch das Landhotel Adler in Martinszell: Der Preisträger im Wettbewerb „Bayerische Küche“ 2007 für den Landkreis Oberallgäu hat beispielsweise Flusskrebse auf der Speisekarte ( www.mein-adler.de ).

Unterallgäu
Das Unterallgäu – eine traditionelle Ackerbau-Region – ist die Heimat der Schwäbischen Kartoffelwirte. Sie zeigen, wie köstlich sich die Feldfrucht ver-arbeiten lässt und wie erlebenswert die Landschaft ist. Eine eigene Rad-Tour verbindet die traditionsreichen Wirtshäuser – wie den mehrfach ausgezeichneten Brauereigasthof Laupheimer in Günz ( www.laupheimer.de ). Ein Unterallgäuer Muss ist die Katzbrui-Mühle zwischen Bad Wörishofen und Ottobeuren. Das historische Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert war einst Drehort für den Film „Hans im Glück“. Heute genießt die romantische Mühle einen hervorragenden kulinarischen Ruf – vor allem für ihre Forellen und Bier aus der Einmann-Brauerei ( www.katzbrui-muehle.de ). Originelle Allgäuer Küche serviert auch der Museumsgasthof Gromerhof in Illerbeuren – mit wunderschöner Wirtshaus-Atmosphäre ( www.gasthof-gromerhof.de ).

Westallgäu
Obst, Gemüse, Fellchen und Wein – die Bodensee-Region ist an geschmacklicher Vielfalt und Saisonalität nicht zu überbieten. Kein Wunder also, dass hier so viele prämierte Restaurants zu finden sind. Das Landgasthaus Adler in Wangen (Tel. 07522-707477) ist ein „Bib-Gourmand“-Preisträger und der Schachener Hof in Lindau ( www.schachner-hof-lindau.de ) gilt als Gourmet Tipp vom Thomas W. Kraus. Für das kleine, feine Villino in Lindau mit seiner „Küche der Sinne“ gibt es ebenfalls „Gault Millau“-Auszeichnung ( www.villino.de ). Eine regionale Besonderheit sind die so genannten Rädle-Wirtschaften. Hier gibt es selbst gekelterten Most oder Wein und dazu eine deftige Brotzeit. Eine schöne Möglichkeit, die enorme Allgäuer Käsevielfalt zu entdecken, ist die Westallgäuer Käsestraße, die von Sennerei zu Sennerei führt – eine herrliche Tour auch mit dem Rad ( www.westallgaeuer-kaesestrasse.de )