“Babylons Pracht übertrifft die aller anderen Städte der bekannten Welt” schrieb der griechische Geschichtsschreiber Herodot (484-425 v.Chr.), der um 450 v.Chr. Babylon besuchte. Unter der Herrschaft Nebukadnezar II. (604-562 v.Chr) wurden in Babylon so berühmte Bauwerke wie das Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße und die Zikkurat, der Tempel für den Stadtgott Marduk wieder aufgebaut und mit in leuchtenden Farben gehaltenen Ziegeln versehen.

Die Stadt erstreckte sich über mehr als 850 Hektar und war damit größer als viele heutige Städte. Zur Zeit Nebukadnezar II. (604-562 v.Chr.) floss der Euphrat durch die Stadt; eine Brücke verband die beiden Stadtteile miteinander. Im östlichen Teil lagen der Palast des Königs und das Ischtar-Tor. In Kooperation mit dem Musée du Louvre, Réunion des musées nationaux, Paris und dem British Museum, London präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin in einer großen Ausstellung die enge Verknüpfung der Geistesgeschichten Europas und des Vorderen Orients über einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden. Zahlreiche archäologische Objekte aus Babylonien dokumentieren im ersten Teil der Ausstellung die weit in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreichenden Wurzeln der europäischen Zivilisation anhand ausgewählter Themen, während der zweite Teil der Ausstellung sich der Rezeption babylonischer Kultur in der europäischen Geistesgeschichte von der Spätantike bis ins 21. Jh. n. Chr. widmet.
Pergamonmuseum, 26.6. - 5.10.2008