Museum für Angewandte Kunst Köln - “in Toplage - Architekturphantasien im zeitgenössischen Schmuck”

Museum für Angewandte Kunst Köln, 20. September bis 9.November 2008
Ausstellung: “in Toplage - Architekturphantasien im zeitgenössischen Schmuck”

Die Verbindung von Schmuck und architektonischen Formen: Ein Paradox? Stütze und Last, Wand und Dach – widersprechen sie der Idee von anschmiegsamem, elegantem, leichtem Schmuck?

Seit den Tagen der mittelalterlichen jüdischen Hochzeitsringe, die eine stilisierte (Synagogen-?) Architektur tragen, ist in symbolträchtigen oder architekturverliebten Epochen wie Renaissance, Historismus oder Art Nouveau das scheinbar nicht Zusammengehörige immer wieder zusammengewachsen. Gilt das auch für die Moderne, für unsere unmittelbare Gegenwart, in der Architektur eine historisch beispiellose, bisweilen sogar spektakuläre Rolle spielt? Reagieren zeitgenössische Schmuckmacher und Goldschmiede darauf, lassen sie sich davon inspirieren?

Es ist höchste Zeit für die Sondierung einer spannenden künstlerischen Domäne!

In Zusammenarbeit mit der Galerie Pilartz zeigt das Museum für Angewandte Kunst Köln eine Ausstellung, die der Frage nachgeht, ob und wie die Architektur, wie architektonische Elemente im Werk von zeitgenössischen Schmuckkünstlern erscheinen und welche Rolle sie dort spielen. Das Ergebnis ist ebenso überraschend wie vielfältig: Das Spektrum reicht von der fast philosophisch aufgefassten Transformation von Grundrisskonzepten bis hin zum konstruktiven Spiel mit architektonisierenden Elementen und Strukturen, mit Wand und Raum. Trotz der bei dem Thema naheliegenden, konzeptionellen Grenzüberschreitungen sind die meisten Arbeiten originäre Schmuckstücke, die sich wie die Architektur unserer Zeit zwischen den Polen strenger Regelhaftigkeit und ungebundener Experimentierfreude bewegen; sie arbeiten mit den Mitteln der zeitgenössischen Kunst, sind ästhetisch und harmonisch, aber auch stark im Auftritt und zu Widerspruch herausfordernd.

Die Ausstellung vereint rund 100 Werke von 24 international renommierten, aber auch neu entdeckten aufstrebenden Künstlern aus insgesamt 9 Ländern – darunter Helen Britton, Michael Becker, Wilhelm Mattar, Philip Sajet, Ramon Puig Cuyas, Peter Skubic oder Mari Funaki – die allesamt belegen: Im aktuellen Autorenschmuck ist Architektur und Schmuck kein Widerspruch.

Die Ausstellung wird parallel zum “Forum aktueller Architektur in Köln – plan 08″ gezeigt. Es erscheint ein Katalog.