Museum Scharf-Gerstenberg zeigt ab Juli 2008 „Surreale Welten“

Berlin erhält ein neues Museum an altbekannter Adresse: Gegenüber Schloss Charlottenburg, im östlichen Stülerbau, in dem bis zu ihrem Umzug auf die Museumsinsel Nofretete mit ihrem Hofstaat residierte, sind ab Juli 2008 „Surreale Welten“ zu erleben. Dann präsentiert das Museum Scharf-Gerstenberg auf drei Etagen hochkarätige Werke der Surrealisten und ihrer Vorläufer, von Piranesi, Goya und Redon bis zu Dalí, Magritte, Max Ernst und Dubuffet.

Mit mehr als 250 Werken – Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier – zeichnet die Sammlung die
Geschichte der phantastischen Kunst nach. Zu den frühesten Schätzen zählen Piranesis Darstellungen phantastischer Kerkerarchitekturen sowie die Spukgestalten in Goyas Radierungen. Der französische Symbolismus des späten 19. Jahrhunderts ist mit Bildern von Odilon Redon oder Gustave Moreau vertreten, sein deutsches Pendant in Gestalt von graphischen Zyklen Max Klingers. Den Schwerpunkt bildet der Surrealismus. Ausgewählte Arbeiten sind von fast allen Mitgliedern der 1924 entstandenen Surrealistengruppe zu sehen. Größere Werkgruppen gibt es von René Magritte, Max Ernst und Hans Bellmer sowie von Wols und Paul Klee. Das Museum wird ergänzend ein Filmprogramm im Sahuré-Saal anbieten, in dem noch die Säulen des antiken Sahuré-Tempels stehen. Sie zählen ebenso wie das Kalabscha-Tor zur Sammlung des Ägyptischen Museums und werden später ihren Platz im
Pergamonmuseum finden. Bis dahin bilden die beiden Großarchitekturen ein surreales Element im Museum Scharf-Gerstenberg. Die Sammlung beruht auf den Beständen der „Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg“, die für Berlin mit einem zunächst auf zehn Jahre befristeten Dauerleihvertrag gewonnen werden konnte. Otto Gerstenberg (1848-1935) hatte um
1910 in Berlin eine der größten und wichtigsten Gemälde- und Graphiksammlungen seiner Zeit zusammengetragen.

Museum Scharf-Gerstenberg, Eröffnung 11. Juli 2008