In 2008 präsentiert die SPSG ihren Besuchern wieder ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm

In 2008 präsentiert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) ihren Besuchern wieder ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Die Schwerpunkte sind in diesem Jahr die Ausstellung “Macht und Freundschaft. Berlin - St. Petersburg 1800 - 1860″, neue Angebote zum Entdecken der Gärten und der Masterplan, mit dem die SPSG notwendige Sanierungsaufgaben in Angriff nehmen kann.

Schwerpunkt “Macht und Freundschaft. Berlin - St Petersburg 1800 - 1860″

Vom 13. März bis 26. Mai zeigt die SPSG im Martin-Gropius-Bau in Berlin die Ausstellung “Macht und Freundschaft. Berlin - St. Petersburg 1800 - 1860″. Mit faszinierenden Kunstschätzen und kulturgeschichtlichen Zeugnissen beleuchtet die Ausstellung erstmals umfassend die besonderen Beziehungen zwischen Russland und Preußen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre besondere Attraktivität verdankt die Schau den großzügigen Leihgaben aus Museen und öffentlichen Einrichtungen aus dem In- und Ausland, darunter auch russische Insitutionen wie die Staatliche Eremitage in St. Petersburg.

Schwerpunkt “Gärten”

Als zweiten Schwerpunkt rückt die SPSG in 2008 die Gärten in den Focus ihres Veranstaltungsprogramms. Die Parks und Gärten der Potsdam-Berliner Kulturlandschaft, die auf der UNESCO-Welterbeliste steht, sind eine Sehschule der rund 250-jährigen Entwicklung der Gartenkunst in Brandenburg-Preußen. Wie in keiner anderen Gartenanlage in Europa können Besucher hier die vielfältigen Gestaltungsformen des Barock und Klassizismus, der architektonischen und der landschaftlichen Gartenkunst, nebeneinander erleben und dabei den Wandel der gartenkünstlerischen Ideen von der Renaissance bis ins frühe 20. Jahrhundert verfolgen. Zu verdanken ist dies der Arbeit der Gärtner und Gartendenkmalpfleger, die fortsetzen und erhalten, was die früheren Gartenkünstler geschaffen haben. Um diese Arbeit zu würdigen und auf die Schönheit der barocken Gärten und der Landschaftsparks besonders aufmerksam zu machen, bildet das Thema Preußische Gärten einen Schwerpunkt im Veranstaltungsprogramm der SPSG. Mit neuen Veranstaltungsreihen will die SPSG die Vielfalt, die künstlerische Qualitäten und besonderen Eigenheiten der einzelnen Gärten vermitteln und so zu mehr Genuss beim Besuch der einmaligen Anlagen beitragen.

Erlebnis Garten:
Während des einmal pro Monat stattfindenden Gartentages präsentieren Mitarbeiter der SPSG in den verschiedenen Gärten neben einem wechselnden Schwerpunktthema den Reichtum an Pflanzungen sowie Geschichte und Geschichten aus den Anlagen und stellen die aktuelle Arbeit der Gärtner vor.

Die Entdeckung der Langsamkeit:
Gärten brauchen Zeit, bis sie sich entwickeln - und bis sie verstanden werden. Die SPSG lädt die Besucher ein, sich die Zeit zu nehmen. Themen wie Gartendenkmalpflege oder Gartengeschichte werden an bisher eher unbekannten oder besonderen Orten in den Gärten mit künstlerischen Mitteln wie Musik und Tanz unterhaltsam beleuchtet.

Die Gartensprechstunde:
Diese Veranstaltungsreihe widmet sich speziell der Arbeit der Gärtner in ihrem unmittelbaren Arbeitsumfeld. Besucher haben die Möglichkeit, in diektem Kontakt mit den Gartenfachkräften praktischen Rat und Hilfe zu gärtnerischen Themen und Fragen zu erhalten.

Mit Fürst Pückler unterwegs:
Ein Schauspieler schlüpft in die Rolle eines der schillerndsten Gartenkünstler des 19. Jahrunderts und macht die Teilnehmer in szenischen Führungen auf spielerische Weise mit der Kunst der Gartengestaltung vertraut.

Neben diesen neuen Veranstaltungsreihen wird die SPSG in 2008 weitere Veranstaltungen in ihren Gärten anbieten, unter anderem am 16. August die Potsdamer Schlössernacht, die in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet.

Ab dem 15. Juni ist im Flatowturm im Park Babelsberg eine neue Dauerausstellung zu erleben.
Der Aufstieg zum Zinnenkranz des Flatowturms im Park Babelsberg führt durch museale Schlossräume und neu gestaltete Ausstellungsbereiche. Anschaulich wird die Baugeschichte des Turms, die Geschichte des Babelsberger Parks sowie das gartenkünstlerische Thema “Sichten” vermittelt. Zu einem besonderen Erlebnis wird der Besuch des Flatowturms durch die “Fensterblicke” in die Kulturlandschaft des UNESCO-Welterbes “Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin”.

Schwerpunkt “Masterplan”

Der dritte Schwerpunkt in 2008 betrifft den Masterplan der SPSG. Dabei handelt es sich um ein auf 10 Jahre angelegtes Programm zur Sanierung der stiftungseigenen Kulturdenkmäler, zur Modernisierung der Stiftungseinrichtungen sowie zum Ausbau der Besuchereinrichtungen. Knapp 80 Millionen Euro vom Bund und zusätzliche finanzielle Unterstützung der Länder Berlin und Brandenburg ermöglichen den Einstieg in dringend notwendige Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten. Dabei rückt vor allem das Neue Palais in den Blickpunkt, hinter dessen eindrucksvoller Fassade Baudenkmalpfleger und Restauratoren am Werk sind, um im größten Schloss Friedrichs des Großen bis zu dessen 300. Geburtstag im Jahr 2012 sanierungsbedürftige, bisher unzugängliche Räume wieder zu öffnen. Die Kolonnade gegenüber trocknet derweil unter einer Einhausung, das Marmorpalais im Neuen Garten verbirgt sich ebenso hinter Bauplanen wie der Ostflügel des Schlosses Charlottenburg: An vielen Baustellen wird gleichzeitig gearbeitet, und deren Zahl wird sich noch erhöhen.

Zwar werden einige Bauwerke für längere Zeit hinter Planen verborgen bleiben und sich Einschränkungen für Besucher nicht ganz vermeiden lassen - wofür wir um Verständnis bitten -, doch werden gleichzeitig ungewöhnliche, neue Attraktionen geschaffen. Die SPSG lässt verstärkt hinter die Bauplanen blicken. Baustellen werden zu Schaustellen und in besonderen

Programmen zugänglich gemacht. So können Besucher jedes Mal etwas Neues entdecken, neue Eindrücke und Erkenntnisse gewinnen und sich vom Fortgang der Arbeiten überzeugen.

Die Schlösser

Schloss Schönhausen

Am 8. und 9. November gewährt die SPSG im Schloss Schönhausen, das derzeit saniert wird, einen “Blick in die Zukunft”. Vor 293 Jahren, am 8. November 1715, wurde Elisabeth Christine, spätere Gattin Friedrichs II., geboren. Am 9. November jährt sich der Fall der Mauer. Beide Eriegnisse prägen das Schloss in besonderer Weise. Ihr Geburtstag ist Anlass, den Besuchern Einsicht zu geben in die aktuellen Bau- und Restaurierungsarbeiten in Schloss und Garten Schönhausen, der einstigen Residenz der Königin Elisabeth Christine. Nachdem im Sommer 2007 die Schlossfassade ihre historische Farbigkeit wiedergewonnen hat, liegt der Schwerpunkt der derzeitigen Arbeiten auf den Innenräumen und dem Garten.

An beiden Öffnungstagen werden im Inneren Restauratoren, Architekten und Denkmalpfleger ihre vielfältigen Tätigkeiten erläutern. Unter anderem ist ein spektakulärer Fund zu betrachten: eine historische Stuckdecke aus dem späten 17. Jahrhundert, die unter einer modernen Decke verborgen war.

Im Garten, dessen Gestaltung aus den 1950er und 1960er Jahren stammt, sind die ersten Ergebnisse der Wiederherstellungsarbeiten zu sehen, so die Pergola mit Gartenhof unmittelbar am Schloss, die Staudenanlage am Teepavillon und der Gräsergarten. Schloss Schönhausen soll Ende 2009 erstmals als Museumsschloss zugänglich sein. Besucher können dann sowohl die glanzvolle Epoche der preußischen Königin als auch die Bedeutung des Hauses als Präsidentensitz und Gästehaus der DDR-Regierung erleben.

Schloss Paretz

Im August 2008 übergibt das Land Brandeburg Schloss Paretz an die SPSG. Gleichzeitig wird das sanierte Saalgebäude neben dem Schloss eingeweiht, das fortan als Eingang, Shop und Veranstaltungsraum dient und den Besucherservice verbessert. Beide Ereignisse deuten auf das Jahr 2010 hin, in dem die Stiftung mit verschiedenen Veranstaltungen des 200. Todestages der Königin Luise gedenkt, u.a. in Paretz, dem Lieblingsschloss der Königin.

Ausstellungen

Noch bis zum 2. März ist im Neuen Flügel des Schlosses Charlottenburg die Ausstellung “Unsere Russen - Unsere Deutschen. Bilder vom Anderen 1800 - 2000″ zu sehen. Die Ausstellung des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst zeigt anhand von Kunstwerken und Alltagsgegenständen aus russischen und deutschen Sammlungen, wie nachhaltig wirksam und verblüffend aktuell Klischees sein können.

Mit den Ausstellungen “Kunstdepot - Depotkunst” (11. Mai bis 20. Juni, Römische Bäder) und “Neue Kunst in Neuen Kammern!” (19. Juli bis 28. September, Neue Kammern) öffnet die SPSG ihre Häuser für zeitgenössische Kunst und lädt zum Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart ein.

In den Römischen Bädern zeigt die SPSG “Das Vermählungsalbum von 1823 - Zeichnungen deutscher Künstler in Italien für das deutsche Kronprinzenpaar”. (2. August bis 31. Oktober)

Das Album enthält Aquarelle und Zeichnungen, die im Auftrag des preußische Generalkonsuls Jakob Salomon Bartholdy und des bayerische Kronprinzen Ludwig (I.) als Hochzeitsgeschenk für die Vermählung des preußischen Thronfolgers Friedrich-Wilhelm (IV.) mit der bayerischen Prinzessin Elisabeth entstanden sind. Die Zeichnungen stammen u. a. von bayerischen und preußischen Künstlern wie Peter Joseph von Cornelius, Johann Christian Reinhardt, Leo von Klenze, Wilhelm Hensel oder Karl Begas.

Auch Schloss Caputh lädt in 2008 wieder in zwei Ausstellungen ein: “Ländliche Idylle” (10. Mai bis 13. Juli) gewährt einen Einblick in das ländliche Adelsleben am Beispiel der Ansichten aus dem Tafelwerk von Alexander Duncker, die zwischen 1857 und 1883 entstanden. Sie spiegeln das Selbstverständnis der Herrschaften und dokumentieren Baugeschichte. Über das Werk der Berliner Fotografin und Journalistin Marie Goslich können sich Besucher in der Schau “Marie Goslich (1859 - 1936)” (10. August bis 19. Oktober) informieren. Die Künstlerin begann in Baumgartenbrück am Schwielowsee, die Menschen in der Landschaft zu fotografieren und die Beziehungen der Bewohner untereinander aufzuzeichnen. Ihre “Lichtmalerei” hat sich in über 400 Glasnegativplatten und Fotografien in Privatbesitz erhalten.

Zum Ende des Jahres präsentiert die SPSG im Neuen Flügel des Schlosses Charlottenburg “Glace - Eiskalte Tafelfreuden am preußischen Hof” (13. Dezember bis 29. März 2009). Die Ausstellung vergegenwärtigt die Freude der höfischen Tischgesellschaften an “Gefrohrenem” und thematisiert die vergessene Alltagskultur der Natureisgewinnung und -bevorratung vergangener Zeiten.

Kinder und Jugendliche

Die SPSG hat ihr Programm für Schulen überarbeitet, dessen Themen sich an den Lehrplänen der Länder Berlin und Brandenburg orientieren. Neben den bewährten Angeboten gibt es neue Projekte für die Schlösser Rheinsberg und Oranienburg. Eine besondere Vermittlung von Geschichte ermöglicht unser Museumskoffer für Grundschüler. In der Museumswerkstatt nahe Schloss Sanssouci können die neuen Erkenntnisse und Erfahrungen unter künstlerischer Anleitung kreativ umgesetzt werden. Erstmals im Programm sind Angebote speziell für Kindergärten. Spielerisch werden die jüngsten Besucher an die Kunst- und Kulturgeschichte herangeführt, um sie für die Schönheit unserer Schloss- und Parkanlagen zu begeistern.

Für das erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt der SPSG mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) können sich Schulen des Landes Brandenburg auch 2008 wieder bewerben: “Ein Tag in Potsdam - Geschichte erleben” ist eine erlebnisreiche Entdeckungsreise durch die Brandenburger Geschichte und ihre Landeshauptstadt Potsdam.

Weitere Informationen und Termine auch unter www.spsg.de/veranstaltungen und www.spsg.de/ausstellungen, sowie über das Besucherzentrum an der Historischen Mühle im Park Sanssouci, Tel. 0331.96 49 202 und Email: besucherzentrum@spsg.de.