Krokuszauber an der Nordsee – Frühlingsstart in eine nordfriesische Gartensaison

Eine wildwachsende Pflanze aus den südlichen Regionen Europas vermutet man am allerwenigsten im hohen Norden Deutschlands. Doch in der Nordsee-Hafenstadt Husum findet man ihn, den crocus napolitanus.

Normalerweise verbinden die meisten Menschen mit der „grauen Stadt am Meer“ Theodor Storm, fangfrischen Fisch und leckere Nordseekrabben. Doch jedes Jahr im März/April verwandeln mehr als 4 Mill. Krokusse den Schlosspark von Husum in ein einziges, schier unendliches lila Blütenmeer – und der Frühling lockt mit dem „lila Wunder des Nordens“.

Wenn alle Krokusse in voller Blütenpracht zu bewundern sind, feiert die Hafenstadt an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ihr Blütenwunder mit einem einzigartigen Krokusblütenfest (21./22. März 2009). Mit einem reichhaltigen Angebot kultureller Attraktionen und einem bunten Rahmenprogramm wird überall in Husum für kurzweilige Unterhaltung gesorgt. Zusätzlich laden alle Geschäfte in der Innenstadt am verkaufsoffenen Sonntag zu einem bunten Shoppingvergnügen ein. Der absolute Höhepunkt des Krokusblütenfestes ist die Proklamation der neuen Husumer Krokusblütenkönigin, deren majestätische Aufgabe darin besteht, die Stadt ein Jahr lang regional und überregional zu repräsentieren.

Wer die Blütenpracht bewundern will, sollte auch bei einem gemütlichen Stadtbummel die charmante Hafenstadt kennen lernen. Denn ein Husum Urlaub hat viel zu bieten: Eine attraktive Altstadt mit engen Straßen und urigen Gassen, den Marktplatz mit Marienkirche und Tinebrunnen, hohe alte Giebelhäuser, dazu eine urige Hafenatmosphäre, exzellente Einkaufsmöglichkeiten und vor allen Dingen die Nordsee direkt vor der Tür.

Wie der Krokus nach Husum gekommen ist und welchem Zweck er diente, darüber streiten sich heute noch Botaniker und Heimatforscher in der ganzen Welt.
Im 15. Jahrhundert lebten in Husum die sogenannten “Grauen Mönche”. Ihr Kloster befand sich an der gleichen Stelle, an der heute das Schloss Husum steht. Es ist durchaus realistisch anzunehmen, dass sie den Versuch unternommen haben, Krokusse anzupflanzen, um aus den getrockneten Narben der Krokusse Safran zu gewinnen. Safran wurde zum Färben der liturgischen Gewänder benötigt. Der Klostergarten befand sich nachweislich an der Stelle, an der sich heute ein großer Teil des Schlossgartens befindet.
Von 1655 bis 1684 residierte im Schloss vor Husum die Herzogin Marie Elisabeth, die als Kapazität auf dem Gebiet der Zuckerbäckerei bekannt war. Auch sie könnte im Schlossgarten die Krokusse angesiedelt haben, um ebenfalls den für sie wertvollen Safran zu gewinnen. Sie benötigte davon große Mengen für die Zuckerbäckerei. Wer auch immer die ersten Experimente vorgenommen hat, um Safran zu erhalten - und nur das kann der tiefere Sinn der Anpflanzung sein -, verschwindet im Nebel der Vorzeit.

Sicher aber ist, dass die Anpflanzer sehr überrascht gewesen sein müssen, als sie versuchten, Safran aus den Narben des crocus napolitanus zu gewinnen – denn es gelang Ihnen nicht, da Safran nur aus dem crocus sativus zu erhalten ist.

Eins ist jedoch sicher, den Anpflanzern verdanken die Husumer ein einmaliges Blütenmeer wildwachsender Krokusse, die es sonst nirgends in Nordeuropa gibt!