Luther als Fundsache - im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle Saale

Für die Spurensuche an Luthers Lebens- und Wirkungsstätten in Sachsen-Anhalt gibt es derzeit ein besonders attraktives Besichtigungsprogramm. Dafür sorgt die Ausstellung „Fundsache Luther - Archäologen auf den Spuren des Reformators”, die bis zum 26. April 2009 im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) zu bestaunen ist und erstmals Luthers Alltagsleben anhand archäologischer Funde beleuchtet.

Zu sehen sind Funde aus Mansfeld und Wittenberg, die Geschichten über den Haushalt und die Lebensführung der Familie Luther erzählen. So gibt der in Mansfeld geborgene Inhalt einer Abfallgrube Auskunft über die tatsächlichen Essgewohnheiten der Luthers. Nach Selbstauskunft stammt Luther aus „armer Leute Haus”, die Abfälle lassen jedoch andere Schlüsse zu. Auch am Lutherhaus in Wittenberg wurden bei Grabungen tausende Gegenstände aus Haus und Hof entdeckt. Zusammen mit Exponaten aus dem Ausland wurden die Funde zu einer Gesamtschau der lutherschen Hinterlassenschaften zusammengestellt und in anschaulichen Inszenierungen zum Sprechen gebracht. Sie zeichnet ein neues Bild des bislang weitgehend unbekannten Privatmanns Martin Luther. Die Schau ist außer montags täglich geöffnet (www.fundsache-luther.de).

Die Schau hat den Status einer Landesausstellung und gehört zu den Höhepunkten der im Herbst 2008 eröffneten Lutherdekade „Luther 2017 - 500 Jahre Reformation”. Sehenswertes aus der Reformationsgeschichte entdeckt man darüber hinaus in den Ausstellungs-Korrespondenzorten Mansfeld, Eisleben, Wittenberg und Halle. So steht man in der Marktkirche Halle vor der Totenmaske und den Handabdrücken Luthers und erfährt in den Franckeschen Stiftungen bei Spezialführungen, was den Stiftungsgründer Francke mit Luther verbindet. Idealer Wegweiser für die Lutherspurensuche in Sachsen-Anhalt ist der 410 Kilometer lange „Lutherweg”, auf dem Wanderfreunde zu 34 eng mit der Reformationsgeschichte verbundenen Stationen gelangen.