Veranstaltungs Tipps am Bodensee 2009

Man soll ja bekanntlich die Feste feiern, wie sie fallen. Ein Besuch der Bodenseeregion gibt dazu jede Menge Anlässe. Vor wunderschöner Naturkulisse laden rund um den See ungewöhnliche Kabarett-, Musik- und Filmvorführungen, Kinderspektakel, traditionelle Feste sowie Segelregatten zu Erlebnissen der besonderen Art ein. Dabei locken sie viele Liebhaber und Kenner von weither an das Bodenseeufer. Warum diese mitunter lange Anreisen auf sich nehmen, verraten unsere Veranstaltungstipps: Diese Anlässe sollte man keinesfalls verpassen.

15./16. Mai 2009 - Stadt der Kinder in Bregenz Landeshauptstadt in Kinderhand

„Gebt den Kindern das Kommando”, forderte Herbert Grönemeyer in den 80er Jahren. Die Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz nimmt den deutschen Künstler beim Wort und verwandelt alljährlich die Innenstadt zwei Tage lang in ein riesiges Gratis-Spielzimmer. Am 15. und 16. Mai 2009 ist es wieder soweit. NaNo’s Mobile Zirkusschule, Zaubermarkt, Pyramidenabenteuer, Kasperltheater, Kinderschminken oder Basteln in Marco Ceroli’s kreativer Werkstatt bauen ihre Stände auf und lassen die Herzen der kleinen, spielwütigen Besucher höher schlagen. Da fällt die Entscheidung sicher nicht immer leicht. Das Kunsthaus Bregenz, das Vorarlberger Landesmuseum und das Vorarlberger Landestheater bieten zudem Workshops an, in denen die ganz Kleinen spielerisch an die große Kunst heran geführt werden sollen. „Die Welt gehört in Kinderhände”, sang Grönemeyer weiter, „dem Trübsinn ein Ende.” Am 15. und 16. Mai 2009 kommt er ganz bestimmt nicht auf. Informationen unter: +43 (0)5574 49590, www.bregenz.ws.

22. Mai 2009 - Blutritt in Weingarten 3.000 Reiter in Frack und Zylinder

In der italienischen Stadt Mantua wurde 804 das Heilige Blut Christi aufgefunden und aufgeteilt. Ein Drittel davon erhielt der damalige Kaiser Heinrich III. und nach dessen Tod sein Vasall Graf Balduin von Flandern. Dessen Stieftochter Judith vermachte die wertvolle Reliquie kurz vor ihrem Tod dem 1056 gegründeten Hauskloster Weingarten. Seitdem findet in der oberschwäbischen Stadt an jedem Freitag nach Christi Himmelfahrt die weltgrößte Reiterprozession auf 3.000 festlich geschmückten und geschürten Pferden statt. Schon um 4 Uhr früh versammeln sich vor und in „Schwäbisch St. Peter”, der größten Barockbasilika Deutschlands, die in Frack und Zylinder gekleideten Reiter und bis zu 30.000 Pilger aus ganz Oberschwaben und darüber hinaus. Die Basilika wurde Anfang des 18. Jahrhunderts zur Verehrung der Heilig-Blut-Reliquie, die im Altar unter der Kuppel zu sehen ist, gebaut. Nach einer Gemeinschaftsmesse beginnt mit der Übergabe der Heilig-Blut-Reliquie um 7 Uhr der zehn Kilometer lange Blutritt. Die Blutreitergruppen werden von Musikkappellen begleitet und halten an vier Feldaltären, um Segen für die Menschen und Flure zu erbitten. In jedem Jahr nehmen auch sieben Blutreiter aus Mantua an der prunkvollen Prozession teil. Informationen unter: +49 (0)751 405 232, www.weingarten-online.de bzw. unter www.blutfreitagsgemeinschaft-weingarten.de

4. - 11. Juli 2009 - Liechtensteiner Gitarrentage Künstlerische Klänge eines viel-saitigen Instruments

In der Woche vom 4. - 11. Juli 2009 dreht sich im Liechtensteiner Unterland wieder einmal alles um die Gitarre. Bereits zum 17. Mal veranstaltet der Verein Gitarrenzirkel in Eschen die internationalen „Liechtensteiner Gitarrentage”, die sowohl interessierten Zuhörern als auch begeisterten Gitarrenspielern aus aller Welt offen stehen. Verschiedene Meisterkurse, Workshops, Vorträge und Veranstaltungen werden tagsüber von anerkannten Gitarristen angeboten. Diverse Konzerte im ganzen Liechtensteiner Unterland zeigen zudem an den Abenden, wie die sechs Saiten meisterhaft für Flamenco-, Klassik, Jazz- oder Volksmusik angeschlagen werden können. Die heißen Flamencorhythmen zählen neben dem Teilnehmerkonzert am letzten Abend der Gitarrentage zu den großen Publikumsmagneten. Informationen unter: Tel. +423 792 62 33, www.ligita.li

17. - 24. Juli 2009 - Hohentwielfestival Singen Musik und Tanz auf dem Vulkan

Die eindrucksvollste Befestigung des Burgenlandes Hegau steht auf dem Hohentwiel in Singen, der unter Einheimischen gern „Hontes” genannt wird. Als 1969 die mit zehn Hektar größte Festungsruine Deutschlands von Tuttlingen wieder an Singen zurückgegeben wurde, feierten die Singener ein großes Fest. Die Tradition des Hohentwielfests war geboren. Inzwischen hat sich das Stadtfest vor der mittelalterlichen Kulisse der Burgruinen zu einem kleinen, aber feinen Musikfestival mit internationalen Stars und zu einem der großen Musikereignisse der Region gewandelt und ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Jazzlegenden wie Ray Charles, Miles Davis oder Dizzie Gillespie und Rockgrößen wie Joe Cocker und Farin Urlaub traten bereits auf dem „Hontes” auf. Auch die klassische Musik hat auf dem reichhaltig gefüllten Programm des Hohentwielfestivals einen Platz gefunden. Neben den renommierten Konzerten zieht auch das volksfestartige Burgfest viele Besucher aus nah und fern an. In den Ruinen kann am 17. Juli 2009 wieder gespielt, geschmaust und gestaunt werden. Denn die musikalischen und tänzerischen Darbietungen von internationalen Künstlern, Singener Vereinen sowie der Ausblick von dem 686 Meter hohen Vulkan haben es in sich. Informationen unter: +49 (0)7731 85-510, www.singen.de.

9. Juli - 15. August 2009: „Im weissen Rössl” auf Kreuzlinger Seebühne Satirische Operette auf dem Bodensee

Ein sechs Meter hohes pinkfarbenes Rössl ziert in diesem Sommer die spektakuläre Seebühne des See-Burgtheaters im Kreuzlinger Seeburgpark. Vom 9. Juli bis 15. August 2009 bringt Theaterchef Leopold Huber mit Ralph Benatzkis Singspiel „Im weissen Rössl” in seiner ursprünglichen ironisch-bissigen Fassung eine turbulente Revue auf die Bretter über dem Wasser. Denn „Im weissen Rössl”, dem Gasthaus am See ist der Teufel los: Der Kellner Leopold steht auf seine Chefin, die Rösslwirtin Josepha. Die aber hat es auf den Sommergast Dr. Siedler abgesehen. Der wiederum verliebt sich in die Tochter des ständig nörgelnden Berliner Fabrikanten Giesecke, der in einen Patentstreit mit seinem Konkurrenten Sülzheimer verwickelt ist. Dazwischen hetzen „Reisesklaven” und „Fremdenverkehrte” durch die Gegend - bis schließlich der Kaiser persönlich erscheint, um für Ordnung zu sorgen.
Zum zweiten Mal wird die Kreuzlinger Seebühne - neben der Bregenzer Bühne die einzige am Bodensee - zur malerischen Kulisse eines turbulenten Sommertheaters.
Informationen unter Tel.: +41(0)71 695 24 53, www.see-burgtheater.ch

30. August 2009 - slowUp Euregio Bodensee Raus aus dem Auto und rein in die Natur

Zwischen Arbon und Romanshorn kann man am 30. August 2009 keinerlei Motorengeräusche auf dem Asphalt vernehmen. Ein 40 Kilometer langer Rundkurs, der entlang des Schweizerischen Bodenseeufers über kleine Sträßchen und landwirtschaftliche Wege führt, wird anlässlich des autofreien Erlebnistages, dem so genannten slowUp Euregio Bodensee, von 10 bis 17 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt und gewährt einmal all jenen Vorfahrt, die sich mit eigener Muskelkraft fortbewegen. Für die Velo- und Trottinettfahrer, Inline-Skater, Kutschenlenker, Hochradakrobaten und Wanderfreunde, die mit Kind, Kegel und Kinderwagen durch die malerische Natur fahren und laufen, bieten verschiedene Festplätze entlang der Strecke kulinarische und kulturelle Wegzehrungen. Neun slowUp-Gemeinden, unter ihnen die Villages Romanshorn und Arbon, sorgen mit Air-Brush-Tatoos und einem vielseitigen Kinder-Programm für jede Menge Kurzweil, Spiel und Spaß. Informationen unter Tel. +41 (0)71 414 11 44, www.slowup.ch.

12./13. September 2009 - Ravensburg spielt Spielwochenende für Groß und Klein

In den Schulferien gibt es endlich Zeit zum Spielen. Wer nach vielen und aufregenden neuen Spielen sucht, der sollte für das letzte Wochenende der Sommerferien unbedingt einen Ausflug nach Ravensburg planen. Die oberschwäbische „Spielestadt” ist in der ganzen Welt bekannt für seine Puzzle, Gesellschaftsspiele und Kinderbücher und macht am 12. und 13. September 2009 ihrem Namen wieder alle Ehre. Bereits zum 21. Mal heißt es dann „Ravensburg spielt”. Eröffnet wird das Spielefest, das neben den kleinen Besuchern auch Erwachsene zur Wiederentdeckung von Spiele-Klassikern und zum Probieren neuer Spiele einlädt, um 11 Uhr durch den Fanfarenzug am Blaserturm. Dann können sich die 30.000 bis 50.000 erwarteten Gäste zwei Tage lang in über 1.000 Spielen messen. Beliebt ist auch das traditionelle „Kärreles-Renna”, bei dem wagemutige Fahrer sich in ihren rollenden Kisten tollkühn vom Obertor hinab in die Burgstraße stürzen. Ein buntes Rahmenprogramm mit Live-Musik, Show-Acts, Kleinkunst, Puppentheater sowie Tanz- und Ballettvorführungen sorgt für Unterhaltung rund um die Uhr. Weitere Informationen: Tel.: +49 (0)751-82 109, www.ravensburg.de.

28./29. November 2009 - Regatta der Eisernen auf dem Bodensee Winterliches Segelsetzen

Wenn am ersten Advent das erste Lichtlein brennt und es sich die meisten Menschen im warmen Zuhause gemütlich machen, dann starten in Konstanz bis zu 220 Segelschiffcrews zu einem Wettbewerb der ganz besonderen Art. Die letzte und härteste Regatta des Jahres in der frühwinterlichen Konstanzer Bucht zieht Jahr für Jahr viele Segelbesessene und -liebhaber aus dem Dreiländereck und fernen Segelrevieren an. Was einst in der Winterzeit als spaßiges Rezept gegen Winterdepressionen dienen sollte, ist inzwischen fester Bestandteil der Bodensee-Regatten geworden. Bereits einen Abend vor dem in Europa einmaligen Wettstreit können sich die Crews bei einer brasilianischen „WarmUp-Party” näher kommen und den Winterfrust gründlich vergessen. Am Tag der Regatta geht es dann auch nicht allen Teams um den sportlichen Sieg. Mit vorweihnachtlich geschmückten Segelbooten und fröhlichen Kostümierungen sammeln die Crews schon beim Start Bonuspunkte bei jenen Zuschauern, die der Kälte trotzen. Wer das ganze Spektakel vom Wasser aus beobachten will, kann auf einem motorisierten Schiff der Bodenseeschiffsbetriebe den Kampf gegen die Naturgewalten Wasser, Wind und Kälte während einer kostenlosen Ausfahrt aus nächster Nähe miterleben. Informationen unter: Tel.: +49 (0)7531 266 58, www.dsmc.de.