Veranstaltungen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls: 3. Quartal

Auf dem Alexanderplatz im Herzen Berlins wird mit einer Open-Air-Ausstellung an die bewegte und bewegende Zeit der Friedlichen Revolution 1989/90 erinnert, am BBI, dem neuen Flughafen Schönefeld
kann man schon mal in die Zukunft blikken: Zwei Highlights aus dem umfangreichen Veranstaltungskalender der kommenden drei Monate im Themenjahr „20 Jahre Mauerfall – 20 Jahre Berlin im Wandel“.

Ein rot leuchtender, schwebender Pfeil am Himmel über Berlin markiert für jeweils ein Wochenende ausgewählte „Schauplätze“ in der Hauptstadt, die beispielhaft „20 Jahre Berlin im Wandel“ repräsentieren. Führungen und andere Erlebnisprogramme erzählen die Geschichte(n) der Orte und geben einzigartige Einblicke in teilweise sonst nicht zugängliche Bereiche.

Schauplatz: BBI / Flughafen Schönefeld
Nächster Schauplatz ist vom 10. bis 12. Juli der neue Flughafen Berlin-Brandenburg- International BBI in Schönefeld, der 2011 eröffnet wird. Geboten werden Baustellentouren mit dem Bus über das Gelände.
Auf dem BBI-Infotower mit seiner Aussichtsterrasse in 32 Metern Höhe erwartet den Besucher ein faszinierender Blick über Europas größte Flughafenbaustelle.

Schauplatz: Pariser Platz
Vom 6. bis 8. August steht der Pariser Platz im Fokus – und seine Wandlung vom Zentrum des Kalten Krieges zum Treffpunkt der Welt. Ab 1993 begann östlich des Brandenburger Tors die Rekonstruktion
des Areals in Anlehnung an die historische Bebauung, aber mit modernen Interpretationen. Am kühnsten realisierte dies der kanadische Architekt Frank O’Gehry mit der DZ-Bank. In Nachbarschaft
residieren die Botschaften der ehemaligen Alliierten; als letzter Neubau öffnete 2008 die Amerikanische Botschaft.

Schauplatz: Gedenkstätte Berliner Mauer
Ab dem 13. August, dem 48. Jahrestag des Mauerbaus, wird die „Gedenkstätte Berliner Mauer“ drei Tage lang zum Schauplatz. An der Bernauer Straße, der Grenzlinie zwischen dem ehemaligen sowjetischen und französischen Sektor, hat sich ein Stück Mauer, gerahmt von einem Denkmal, erhalten. Hier werden die Dimensionen der ehemaligen Sperranlagen deutlich, die auch vom Aussichtsturm der Gedenkstätte Berliner Mauer zu überblicken sind. Die Gedenkstätte dokumentiert
mit Fotos, Modellen, Ton- und Filmaufnahmen die Geschichte der Mauer und erinnert an Fluchtversuche und Opfer.

Schauplatz: Zoo-Viertel City West
Die Abkürzung KaDeWe, Kaufhaus des Westens, stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den neuen, „gutbürgerlichen” Westen Berlins. Nach 1945 und der Teilung der Stadt entwickelte sich zwischen
KaDeWe, Bahnhof Zoo und rund um den Kurfürstendamm das Zentrum West-Berlins, das so genannte „Schaufenster der freien Welt“. Zurzeit verändert das Terrain um den Bahnhof Zoo sein Gesicht.
Nach Abschluss der Bauarbeiten wird nicht nur das Hochhaus „Zoofenster“ in den Himmel ragen: Für das höchste Riesenrad Europas haben die Bauarbeiten begonnen. Das Schauplatz-Wochenende „Zoo-Viertel City West“ (21. bis 23. August) gibt Einblicke in den Stand der Bauarbeiten und führt über die Einkaufsund Touristenmeile Tauentzien und Kudamm auch zu Kultur, Zoo und Universitäten.

Schauplatz: Deutsches Technikmuseum Berlin
Eine ganze Museumslandschaft umfasst das Deutsche Technikmuseum Berlin unweit des Potsdamer Platzes, eines der populärsten Museen Berlins. Auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs, in ehemaligen Lokschuppen und Fabrikationsgebäuden sowie in einem spektakulären Neubau zeigt das Museum technische Errungenschaften, vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts, und stellt anschaulich Bezüge zur Kultur- und Alltagsgeschichte her (4. bis 6. September).

Schauplatz: O2 World
Vor einem Jahr eröffnete nahe dem Ostbahnhof, auf dem einst brachliegenden Gelände eines Güterbahnhofs, eine neue Multifunktionshalle, die monumentale O2 World mit ihrer gläsernen Multi-Media-Fassade in Richtung Spree. Eishockey und Basketballteams haben hier ebenso ihren großen Auftritt wie internationale Popstars. Bühnen und Hallenböden lassen sich im Handumdrehen austauschen. Auf zwei Rängen und in 57 Suiten finden bis zu 17.000 Zuschauer Platz. Vom 10. bis
zum 12. September wird die O2 World zum Schauplatz.

Schauplatz: Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof
In Adlershof, im Südosten Berlins, wächst eine neue Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien heran. Neben fast 800 Hightech-Unternehmen haben im größten Wissenschafts- und Technologiepark
Deutschlands die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Humboldt-Universität und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ihren Sitz. 13 000 Menschen arbeiten in Adlershof. Informationen zu allen
„Schauplätzen“: www.mauerfall09.de

Ausstellungen: Open Air auf dem Alexanderplatz
Ausstellungen zum Thema „20 Jahre Mauerfall“ gibt es überall in der Stadt, in Regionalmuseen ebenso wie in den Gedenkstätten zum DDR-Regime. Höhepunkt des Ausstellungsreigens ist die Open-Air-Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft auf dem Alexanderplatz. „Friedliche Revolution 1989/90“ würdigt auf großen Schautafeln die Akteure des Umbruchs in den Friedens-, Umwelt- und
Menschenrechtsbewegungen in der DDR. Fotos, Plakate, Flugblätter, Zeitungsartikel und andere Dokumente zeichnen die Entwicklung bis zum Mauerfall nach: von den Vorboten der Protestbewegung über den Beginn der Massenfluchten im Sommer 1989 bis zu den Demonstrationen im Herbst und zum 9. November. Darüber hinaus schildern sie die Ereignisse von den ersten freien Volkskammerwahlen im
März 1990 bis zur gesamtdeutschen Bundestagswahl im Dezember. Die Ausstellung ist rund um die Uhr geöffnet. An jedem Sonnabend, um 13 Uhr, finden öffentliche Führungen mit Akteuren und Zeitzeugen
der Friedlichen Revolution statt.

Fotoausstellungen
Vor allem die Fotografie erwies sich in den Zeiten des Umbruchs als geeignetes Medium, um die entscheidenden Momente der Geschichte dauerhaft festzuhalten. Das Filmmuseum Berlin führt unter dem Titel „Wir waren so frei…“ Momentaufnahmen von 1989/1990 aus privater und professioneller Perspektive zusammen (bis 9. November). www.filmmuseum-berlin.de

Die Fotoausstellung des Deutschen Historischen Museums „Das Jahr 1989. Bilder einer Zeitenwende“ beginnt mit einem Rückblick auf die frühen 1980er Jahre, führt durch die Chronologie der politischen
Umwälzungen von 1989 und zeigt dann die Aktionen der Bürgerbewegung bis zur friedlichen Revolution. Internationale Pressefotos verdeutlichen den Blick des Westens auf die Menschen und Ereignisse in
der DDR (bis 30. August). www.dhm.de

Vier der bekanntesten ostdeutschen Fotografen, die Gründer der Agentur OSTKREUZ, Sibylle Bergemann, Ute und Werner Mahler und Harald Hauswald, haben ab 1972 mit eigener Handschrift den ostdeutschen Alltag in ihren Fotografien festgehalten. Ihre subjektive „Ostzeit“ ist vom 14. August bis 13. September im Haus der Kulturen der Welt zu sehen. www.hkw.de

Im Herbst 1989 fotografierte Peter Rohn in Potsdam den Fall der Mauer. Seine „Mauerblicke“ auf die Abschnitte Neuer Garten, Park Babelsberg und Glienicke sind vom 8. August bis 31. Oktober im Schloss Babelsberg in Potsdam ausgestellt. www.spsg.de

Die Themen Fotografie, Mode und Underground in der DDR beleuchtet die Ausstellung “In Grenzen Frei“, die vom 4. Juli bis 13. September im Kunstgewerbemuseum Potsdamer Platz gezeigt wird. www.smb.museum

Lange Nacht der Museen
„Stadt im Wandel“ ist auch das Thema der 25. Langen Nacht der Museen am 29. August, bei der über 100 Museen, Archive, Gedenkstätten und Ausstellungshäuser mit ihren Sammlungen, Sonderausstellungen und eigens konzipierten Veranstaltungen vor allem die Veränderungen in der
Berliner Museumslandschaft seit 1989 präsentieren. www.kulturprojekte-berlin.de

Spurensuche und Utopie
Wie international bedeutende Künstler auf den Wandel der Hauptstadt, vor allem in ihrer architektonischen und urbanen Struktur, reagiert haben, zeigt die Berlinische Galerie mit der Ausstellung „Berlin 89/09 - Kunst zwischen Spurensuche und Utopie“ vom 18. September 2009 bis 31. Januar 2010. www.berlinischegalerie.de

Neuer U-Bahnhof Brandenburger Tor
Am 8. August erhält Berlin eine neue UBahnstrecke. Das Teilstück der U 55 verbindet den Hauptbahnhof mit dem Brandenburger Tor, mit Zwischenhalt am Reichstag. Gleichzeitig eröffnet in der Passerelle im Bahnhof Brandenburger Tor, dem Umsteigegang zwischen U Bahn und S-Bahn, ein zeitgeschichtliches Portal, das mit Bildern, Zitaten und Installationen an die innerstädtische Grenze erinnert, die oberhalb verlief.

Mit der S-Bahn in den Westen
Mit dem mobilen Ausstellungs- und Theaterprojekt „Mit der S-Bahn in den Westen“ beteiligt sich die S-Bahn an den Veranstaltungen zum Jahresthema „20 Jahre Mauerfall“. Die Informationsausstellung wird vom 1. September bis 30. November in Waggons platziert und ist im gesamten Berliner S-Bahn-Netz unterwegs. Zusätzlich werden in den Wagen der Linie S 2 von Schauspielern kurze Spielszenen dargestellt, die auf Zeitzeugenberichten basieren.
Außerdem zeigt eine Sonderausstellung in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde die historische Bedeutung der Berliner S-Bahn im Kontext von Flucht, Ausreise und Besuchsreisen in der geteilten Stadt. www.notaufnahmelager-berlin.de

Mauertouren mit dem Fahrrad
Den Spuren der Mauer im Stadtbild folgen, den Wandel Berlins an authentischen Orten erleben, die Teilung erfahren, sehen, was von 40 Jahren DDR übrig blieb und was in den letzten 20 Jahren neu entstanden ist: Zahlreiche Stadtführungen widmen sich diesem Thema aus unterschiedlichen
Perspektiven, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Radtouren (meist mit Leihfahrrad) bieten u.a. an:
Berlin on bike: www.berlinonbike.de
Fahrradstation: www.fahrradstation.de
StattReisen Berlin: www.StattReisenBerlin.de
Individual-Tours: www.individual-tours.de
Kai Respondek bei Fahrradladen Rad der Stadt: www.kairespondek.de