Di 20 Mai 2008
„Eisenach – die Wartburgstadt glänzte immer durch Musik“ Kultur- touristisches Jahresthema für 2008 in Eisenach
Das Jahr 2008 wird in Eisenach ganz im Zeichen der Musik stehen. Mit dem Motto „Eisenach – die Wartburgstadt glänzte immer durch Musik“ sollen das Leben und Wirken berühmter Musiker in der Stadt, die reiche Musikgeschichte und das bis heute lebendige Musikleben in den Mittelpunkt gerückt werden.
Zahlreiche Höhepunkte werden nach Eisenach locken. Bereits im März erklingen im Rahmen der Thüringer Bachwochen in der Georgenkirche die Matthäuspassion und viermal wird Wagners “Tannhäuser” konzertant auf der Wartburg aufgeführt. Das Bachhaus Eisenach greift das Jubiläum „300 Jahre Telemann als Kapellmeister in Eisenach“ auf. Seine Kompositionen werden die Konzertreihe des Museums im Jahr 2008 prägen.
Auch in diesem Jahr findet das beliebte Sängerkrieg-Festival statt, unter anderem mit Bühnenprogrammen von Sissi Perlinger, Winnie Böwe und Peter Waschinsk. Am letzten Aprilwochenende wird es als Wartburgsängerfest ein großes Chortreffen geben. Anfang Juli heißt es unterm Bergfried wieder “HipHop Meets Minnesang”. Etwas getragener wird es ab dem 25. Juli im Landestheater zugehen, wo das Musical “Elisabeth - Die Legende einer Heiligen” wegen des großen Erfolgs wieder aufgenommen wird.
Die Musiktraditionen in Eisenach reichen bis ins Mittelalter und die Zeit des Minnesangs zurück. Bereits unter dem Thüringer Landgrafen Hermann I. (1190 - 1217) entwickelte sich die Wartburg zu einem kulturellen Zentrum. Bekannte Musiker und Sänger dieser Zeit wie Walter von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach oder Heinrich von Ofterdingen waren auf der Wartburg zu Gast. Daran erinnert bis heute die Sage vom Sängerwettstreit auf der Wartburg. Richard Wagner verhalf ihr mit seiner Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ zu weltweitem Ruhm. Aber schon bevor Wagner im 19. Jahrhundert in Eisenach zu seinem Tannhäuser inspiriert wurde, war dort die Musik zu Hause. Die Wartburgstadt ist einer der wichtigsten Bach-Orte in Deutschland, denn Johann Sebastian Bach wurde hier 1685 geboren. Die Familie Bach prägte über lange Zeit das musikalische Geschehen in Eisenach. Die Reihe der namhaften Musiker und Komponisten, die in Eisenach lebten und wirkten, lässt sich fortsetzen mit Georg Phillip Telemann, 1708 bis 1712 Hofkapellmeister in Eisenach, mit dem Pianisten und Komponisten Eugen d`Albert oder in jüngerer Zeit dem Kirchenmusiker Erhard Mauersberger, der die Thüringer Kirchenmusikschule in Eisenach leitete. Eine weitere Facette der Musik – der Jazz – fand im 20. Jahrhundert auch in Eisenach eine Heimstatt. Der Jazz-Musiker und Konzertveranstalter Horst Lippmann, der mit Fritz Rau die Jazz- und später die großen Blues- und Rockstars nach Deutschland brachte, wurde 1927 in Eisenach geboren. Das Internationale Jazz Archiv in Eisenach ist heute für alle Liebhaber dieser Musik eine anerkannte Adresse. Darüber hinaus werden im Bachhaus Eisenach und mit der Richard-Wagner Sammlung in der Reuter-Villa (Thüringer Museum Eisenach) in zwei weiteren Museen die Musikgeschichte der Wartburgstadt präsentiert und auch mit Leben erfüllt. Zahlreiche Konzerte in beiden Häusern, aber natürlich ebenso auf der Wartburg und in der Georgenkirche, der Taufkirche von Johann Sebastian Bach, oder im Landestheater Eisenach gehören alljährlich zum Veranstaltungsangebot der Stadt.