Straße der Romanik - Kirchentour in der Altmark

Die älteste Backsteinkirche nördlich der Alpen steht bei einer Kirchen-Tour auf der Nordroute der Straße der Romanik auf dem Besichtigungsplan. Seit dem Sommer 2007 gehört die Stiftskirche St. Nikolaus im altmärkischen Beuster als nördlichste Reisestation zur Route. Im 12. Jahrhundert im Grenzland zu den Slawen errichtet, überrascht der Kirchenbau durch eine für Dorfkirchen ungewöhnliche Größe. Der Bauplan entspricht dem einer Basilika mit Seitenschiffen und Chorquadrat. Beim Rundgang durch das 37 Meter lange romanische Bauwerk bestaunt man die ersten Versuche der Backsteinbaumeister, die den roten Stein nach dem Brennvorgang wie Naturstein bearbeitet haben.

Mehr als zwanzig romanische Kirchenbauten entdeckt man auf der Nordroute der Straße der Romanik, darunter allein 13 in der Altmark. Der imposante Havelberger Dom (13. Jh.) gehört ebenso dazu wie das ehemalige Prämonstratenserkloster in Jerichow (12. Jh.). Beide Bauten sind wie die Klosterkirchen in Arendsee (12. Jh.) und Diesdorf (12. Jh.), die Pfarrkirche St. Lorenz in Salzwedel (13. Jh.) sowie die Dorfkirche in Melkow (um 1200) eindrucksvolle Zeugnisse romanischer Backsteinbaukunst. In der Dorfkirche St. Marien und Willibord (13. Jh.) in Schönhausen steht man am Taufbecken Fürst Ottos von Bismarck. Im benachbarten Bismarckmuseum kann man sich anschließend über den in Schönhausen geborenen Staatsmann informieren. Auf Spuren bekannter Persönlichkeiten trifft man zudem in der Dorfkirche Wust. In der seit dem 13. Jahrhundert mehrfach umgebauten Kirche fand Hans Hermann von Katte seine letzte Ruhestätte. Der preußische Offizier war hingerichtet worden, weil er im 18. Jahrhundert die Fahnenflucht seines Freundes und späteren Königs Friedrichs II. unterstützt hatte.